Allgemein 28. Januar 2017 Ilja 2 comments

AOK Plus genehmigt das Abbott FreeStyle Libre

Das FreeStyle Libre war eines meiner Lichter am Ende des frischgemauerten Diabetestunnels. Nicht Pieksen? Nicht erstmal das ganze Diabetesgepäck auspacken um kurz den Zucker zu messen? Klang verführerisch. Dementsprechend wollte ich nach zwei Wochen Testtragen auch das technische Hilfsmittel auch bei meiner Krankenkasse beantragen. Leider mit negativem Ausgang. Noch im November argumentierte die AOK Plus (die AOK für Sachsen und Thüringen), dass das Verfahren des Flash Glucose Monitoring (FGM) nicht sicher genug ist bzw. der Erfolg des Geräts nicht bestätigt und ich doch einfach weiterhin auf die traditionelle Methode zurück greifen soll. Nun dreht sich der Spieß dann doch weiter und die AOK Plus bietet Diabetikern die Flash-Glukose-Messung an – ganz „ohne Blut und Schmerzen“. Jetzt kann sogar die korrekte Blutzuckereinstellung besser gewährleistet werden.

Voraussetzungen

Dass die Krankenkasse das FreeStyle Libre nicht einfach an der Straße verteilt sollte klar sein. Für wen übernimmt also die AOK Plus die Kosten? Zum einen ist die richtige Insulintherapie notwendig, zum anderen müssen ein paar Formalia erfüllt sein. Die Kosten werden für Diabetiker mit einer intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) sowie für Pumpenträger übernommen. Des Weiteren solltet ihr mit eurem Diabetologen des Vertrauens abklären, ob das FGM für euch „individuell […] geeignet, medizinisch notwendig und zweckmäßiger“ ist als die blutige Messung. Natürlich solltet ihr auch darüber Bescheid wissen, dass eine Messung mit dem Libre nicht das Gleiche ist wie die herkömmliche Messmethode. Ganz wichtig ist bei der Beantragung bei der AOK Plus neben dem Kassenrezept auch das Formular „Ärztliche Bestätigung zur Versorgung mit dem Messsystem FreeStyle Libre zum Flash-Glukosemonitoring für Versicherte der AOK Plus“ – ein Bürokratiemonster der Bezeichnung. Werden alle Voraussetzungen erfüllt, übernimmt die AOK Plus die Kosten für das Lesegerät und für den Sensor alle 14 Tage bis zu einem Betrag von 59,90 € je Sensor. Es bleiben für euch also nur noch die gesetzlichen Zuzahlungen. Ein guter Deal!

Wie geht es weiter?

Nun ist man im Besitz dieser beiden Dokumente (Kassenrezept und Formular). Die Genehmigung erfolgt indirekt über die die Firma Abbott. Nachdem man sich auf der Webseite registriert hat, muss man die beiden Dokumente per Post im Original an die Firma zusenden. Laut Angaben von Abbott genehmigt die AOK Plus das Messsystem für 12 Monate, weitere Informationen dazu habe ich bei derKrankenkasse leider nicht gefunden. Alle Details zum Ablauf findet ihr in der Versicherteninfo der AOK Plus.

Mein Fazit

Ich freue mich riesig über die Übernahme der Kosten für das FreeStyle Libre durch die AOK Plus und den recht einfachen Zugang zu diesem Hilfsmittel. Nicht nur das mehrmalige Stechen der Finger entfällt, das System erleichtert auch die Kontrolle der eigenen Therapie. Vor allem am Anfang habe ich wirklich nur zu den Mahlzeiten gemessen. Habe ich zu wenig gespritzt, habe ich es erst zur nächsten Mahlzeit bemerkt. Dementsprechend spät konnte ich angreifen. Mit dem Libre misst man deutlich öfter, so dass die Kontrolle einfacher und motivierender ausfällt. Auch mögliche Unterzuckerungen können leichter erkannt werden, vor allem wenn diese gerne zu spät oder gar nicht wahrgenommen werden, auch wenn nicht so effizient wie mit einem CGM ist. Es freut mich vor allem, dass immer mehr Krankenkassen die Kosten übernehmen und vielen Diabetikern das Management der Krankheit erleichtern.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit dem Libre und der AOK Plus?

2 Gedanken zu „AOK Plus genehmigt das Abbott FreeStyle Libre

  1. Ich freue mich sehr über diese erleichterte Messmethode….
    Durch die AOK wurde alles genehmigt.
    Nun bloss noch das Teil online bestellen und parallel dazu das Rezept abschicken….

    1. Hallo Andrea,

      danke für deinen Kommentar. Ich bin auch sehr froh über den unkomplizierten Ablauf.
      Ich hoffe, dass das Libre dieses Jahr nicht nur Satzungsleistung bleibt, sondern auch als Leistung der Krankenkassen aufgenommen wird.

      Liebe Grüße

      Ilja

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