Allgemein 24. Juli 2017 Ilja No comments

„Atmen!“ – Mr. Diabetes @ CRTD

In den letzten Wochen bin ich ein bisschen umtriebig gewesen in Sachen Diabetes. Zunächst war ich mit meiner Stimme bei Blogger in Dresden zu Besuch und habe diesen Blog vorgestellt. Vergangenen Dienstag war ich zur Sommeruniversität der Technischen Universität Dresden am Centre for Regenerative Therapies Dresden (CRTD) auch zu sehen. Hier ging es nicht direkt um mich, sondern um die Krankheit und ihre zukünftige Heilung.

Was ist das CRTD?

Auf Deutsch klingt es ganz bodenständig: Zentrum für Regenerative Therapien. Das CRTD erforscht Selbstheilungsprozesse des Menschen und widmet sich der Entwicklung regenerativer Therapien unheilbarer Krankheiten, so zum Beispiel unserer besten Freundin Diabetes. Andere Bereich sind die Immunologie, Neurodegenerative Erkrankungen, Knochenersatz sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Bereich Diabetes gibt es vier Schwerpunkte in der Forschung am CRTD: 1. Immuntherapie 2. Transplantation 3. Betazellen und ihre Funktion und 4. Pathophysiologie.

Was ist die Sommeruniversität?

Die Sommeruniversität ist eine Studienorientierungswoche. SchülerInnen haben die Möglichkeit die Studienmöglichkeiten und die Stadt selbst kennen zu lernen. Dabei besuchen sie verschiedene universitäre Einrichtungen und bekommen einen Einblick in Studium, Forschung und Beruf.

Forschung und Beruf

So war es auch am Dienstag am CRTD. 25 Schülerinnen lauschten und stellten Fragen über die Forschung und Arbeit im Bereich Diabetes. So wurde zum einen die Forschungseinrichtung vorgestellt und zum anderen, durch einen Vertreter des Paul-Langerhans-Institut Dresden (PLID),  die Bedeutung der Erkrankung verdeutlicht. Die Diabetes ist ein globale Krankheit mit stetig steigenden Zahlen an Erkrankten und damit auch steigenden Kosten für das Gesundheitssystem. Auffällig ist auch eine positive Tendenz an Typ 1-Erkrankungen in den letzten Jahren. Eine der Forschungsgruppen hat ihre Perspektive auf die Krankheit vorgestellt. So unterscheidet die Forschung drei Phasen der Erkrankung. In der ersten Phase geht es darum, mögliche Risiken/Erkrankungswahrscheinlichkeiten frühzeitig feststellen zu können um präventiv handeln zu können. Hier setzt aktuell die Freder1k-Studie an. Kurz nach der Geburt wird die Risikowahrscheinlichkeit für eine mögliche Erkrankung an Typ 1 festgestellt. Nach Möglichkeit kann frühzeitig der Körper mit oralem Insulin immunisiert werden. In Phase 2 werden die Betazellen zunehmend zerstört. Es bildet sich damit eine Glukoseintoleranz heraus. Die Phase 3 bedeutet den Ausbruch der Krankheit. Es treten die typischen Symptome auf, wie Durst, Müdigkeit und häufige Toilettengänge.

Des Weiteren wurden mögliche Berufe in der Forschung vorgestellt, also welche Voraussetzungen, Aufgaben sowie Vor- und Nachteile eine Tätigkeit als Predoc, Postdoc oder Technischer Assistent mit sich bringt.

Mein kleiner Beitrag

Zum Schluss kam ich in’s Spiel. Wofür überhaupt die ganze Forschung? Was bringt mein neues Leben mit sich? In gut 15 Minuten wollte ich einen Einblick in mein noch kurzes diabetisches Dasein geben. Eine nicht ganz so einfache Aufgabe. Wie bricht man eine Krankheit auf wenige Folien runter und bleibt dabei verständlich? Ich habe einen Vergleich bemüht. Was wäre, wenn wir immer an die Atmung denken müssten? Neben dem Atmen ist Essen etwas so Selbstverständliches und ein fester Bestandteil unseres Alltags bzw. sozialen Lebens. Eine der größten Veränderungen waren für mich nach der Diagnose, dass ich mir nun Gedanken über jeden Bissen machen muss. Auf ein Mal ist die Routine durchbrochen und jede neue Leckerei ist eine neue Herausforderung. Und von diesen Herausforderungen gibt es jede Menge.

Außerdem wollte ich zeigen, dass Diabetes nicht nur Nahrung ist, sondern viel weiter geht und in vielen Lebenslagen eine Rolle spielt. Egal ob Sport, Feiern gehen oder manchmal nur der Alltagsstress. Natürlich lernt man mit der Krankheit umzugehen und es fällt einem einfacher, solche Situationen zu bewältigen. Es bleibt jedoch ein Umstand, ein – im Moment – unheilbarer Umstand. Zum Abschluss habe ich mit einem Beispielsfrühstück zeigen wollen, was der Unterschied ist zwischen einem Frühstück bei einem Gesunden und einem Diabetiker. Bei der anschließenden Fragerunde gab es zahlreiche Fragen, so zum Beispiel über die Kosten, das Bloggen oder ob ich zum Spritzen auf Toilette gehe.

Ganz kurz

Ich hoffe, ich konnte in der kurzen Zeit einen kleinen Einblick in die Diabetes vermitteln und vielleicht auch Interesse an der Forschung wecken. Es war auch eine tolle Erfahrung vor „fachfremdem Publikum“ über die Krankheit zu sprechen. In der Regel bewegt man sich in seiner Filterblase oder hat höchstens den Kontakt mit Freunden oder Bekannten. Etwas unsicher bin ich mir über den Vergleich zum Atmen. Habt ihr Ideen, wie man Menschen, die keine Ahnung von Diabtes haben, einen guten Eindruck über das Anhängsel Diabetes vermitteln kann?

Ich möchte mich beim CRTD für die Einladung bedanken und die Möglichkeit etwas Aufklärungsarbeit zu leisten.

PS: Bilder von dem Tag finden sich auf der Facebook-Seite vom CRTD.

Bild: © CRTD

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