Allgemein 21. August 2018 Ilja No comments

Diaversary #2: Es kann sprechen

Long time no see. Der letzte Beitrag ist ganz schön lange her, genauer ein gutes halbes Jahr. Für einen Blog ist das natürlich nicht sonderlich förderlich. Aber zum zweiten Geburtstag der neuen Begleitung bzw. zum Diaversary #2 möchte ich ein paar Worte verlieren. Doch zunächst will ich mal kurz erklären, warum hier die Staubflusen durch die Gegend rollen.

Starke Nerven, Schwache Nerven

Seit geraumer Zeit quäle ich mich mit meinem Nervus Ulnaris oder Ellenbogennerv herum. Immer wieder schlafen mir bei langer Tätigkeit an der Tastatur der kleine Finger und der Ringfinger ein. Vor allem bei längeren Hausarbeitensessions wird es akut und schmerzhaft. Im letzten Jahr will sich aber die Entzündung gar nicht richtig zurückziehen. Der Neurologe schob das einfach auf die Diagnose „Typ 1“ und verordnete Ruhe sowie eine Schiene. Nach einem Dreiviertel Jahr mit Letzterer hat sich aber kaum Veränderung eingestellt. Vor allem da das Studium und die eigene Berufstätigkeit durch die Arbeit am Bildschirm geprägt sind, ist eine Ruhestellung praktisch unmöglich. Erst mit Sport habe ich eine Veränderung gemerkt, so dass sich die Entzündung etwas zurückgezogen hat. Die Entzündung zwingt mich, mir die Zeit am Rechner sinnvoll einzuteilen. So dass bei der Entscheidung zwischen Blog und Hausarbeit für die Uni, leider die Hausarbeit Vorrang hat. Jetzt naht sogar das finale grande.

Pole Position für die Masterarbeit

Nicht nur die Seminararbeiten verschlingen einiges an Zeit, sondern nun auch die Masterarbeit. Recherche, Einlesen, Kolloquium, Struktur reinbringen und Vorgehensweise überlegen. Die „leichten“ Temperaturen sind dazu nicht sonderlich förderlich. Wenn das Gehirn schon ein bisschen vor sich hinschmilzt, ist das mit dem Denken so eine Sache. Nach langen Literatur- und Exzerptionstagen bin ich ganz glücklich über etwas Abkühlung für den Kopf, so dass der Blog leider Abstriche hinnehmen muss. Auch mit Diabetes ist das Studium gut verlaufen und im Nachhinein frage ich mich, wie die Bachelorarbeit, die kurz vor der Diagnose fertiggestellt wurde, überhaupt was geworden ist. Nun fehlt die Kirsche auf der Diabetikertorte und um das Experiment Uni zu Ende zu bringen. Ich schreibe übrigens zum Thema Podcasting in der Wissenschaftskommunikation.

Zwei Jahre Diabetes: Quo Vadis?

Am 9. August 2016 kam ich in das Krankenhaus. Der Wert war glaub ich bei 21,X mmol/l. Da war zu dem Zeitpunkt Diabetes Typ 1 nur ein Verdacht und irgendwie war die Hoffnung, dass diese Krankheit nur etwas Temporäres ist, sowie eine Erkältung oder ein Infekt. Nun sind mit zwei Jahre in das Land gezogen. Ich denke, die größte Veränderung im vergangenen Jahr war die zunehmende Akzeptanz der neuen Begleiterin. Obwohl das Biest auch immer wieder energisch an der Tür klopft, so hat sie sich als ein Puzzlestück in das Leben eingeordnet. Nicht jeder Ausreißerwert bedeutet gleich den Weltuntergang und irgendwo muss man das Leben auch leben. Hier helfen technisches Gadgets, wie das Freestyle Libre, was sich durch die App auf dem iPhone auch zunehmend besser in der Alltag integrieren lässt, hier hilft auch die andauernde Remission, die Ausrutscher auch mal zügelt.

Auch den Diaversary #2 habe ich mit einem Kaltgetränk meiner Wahl begangen und schaue in die Zukunft. Auch wenn eine Heilung ganz nett wäre, möchte ich die gemachten Erfahrungen nicht missen. Mit den richtigen Leuten im Rücken können auch viele weitere diabetische Geburtstage kommen. Wenn ich dazu auf die ganzen technischen Gadgets blicke, die in naher Zukunft kommen, umso spannender wird das Ganze.

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